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Showfalknerei

Ein besonders liebenswertes und charmantes Beispiel für öffentliche Flugvorführungen ist die Kölner Falknerin Ricarda Schmidt. Ricarda und Pierre Schmidt betreiben mit ihrem Team seit einigen Jahren die Falknerei an der Gymnicher Mühle (vormals im Schloss Gymnich) mit ca. 30 Greifvögeln u. Eulen. Darüber hinaus pflegt Ricarda Schmidt unermüdlich Fund(greif)vögel sowie Eulen, die in ihre liebevollen Hände abgegeben werden. Ricarda's Ziel ist dabei die Wiederauswilderung nach erfolgter Gesundung.

In Kreisen der Beizfalkner werden Flugvorführungen vor Publikum oft etwas verächtlich als "Operetten-Falknerei" bezeichnet. Das trifft immer dann zu, wenn Laien (ohne entsprechende falknerische Ausbildung, staatl. Prüfungen und mangelnder Praxiserfahrung) über "Lizenzgeber" Greifvögel beschaffen und vor Publikum "drauf los falknern". Mangels Fachwissens können solche "Falkner" ihre eigenen Fehler nicht erkennen und erzählen dann immer viel "Falknerlatein". Peinlich wird es, wenn solche "Kollegen" sich dann über die anderen Falkner lustig machen und öffentlich als Nestbeschmutzer auftreten.

Jedoch gibt es natürlich auch die wahren Profis unter den "Showfalknern", die jahrzehntelange Erfahrungen im Umgang mit vielen unterschiedlichen Greifvögeln gesammelt haben. Jeden Tag bei Wind und Wetter alle Reckkammern und Volieren säubern, Tiere versorgen (wiegen, atzen usw.), vom kleinen sensiblen Turmfalkenterzelchen bis hin zum schlecht gelaunten (und entsprechend aggressiven) Steinadlerweib. Im Sommer (denn nur dann gibt es wirklich Einnahmen) täglich Auftritte mit den Tieren absolvieren (egal wie heiß es ist) und dabei immer eine gute Figur machen.

Gleichzeitig alles im Auge behalten, damit es bei allen Beteiligten keine Zwischenfälle gibt ("Lässt das junge Mädchen auch wirklich den Zwergpinscher in der Tasche?" Der passt nämlich prima ins Beuteschema des heute schlecht gelaunten Steinadlers!). Verwechselt auch niemand den Steppenadler mit einem Kuscheltier und langt dort einfach hin? Parallel dazu muss man sich ja auch noch auf das Verhalten des Vogels konzentrieren, den man als sogenannter "Showfalkner" gerade vor Publikum fliegt.
Diese Arbeit muss jeden Tag aufs Neue geleistet werden und dann soll doch noch mal einer "Operetten-Falknerei" sagen!

Womöglich noch ein Beizfalkner, der nie mehr als sein eigenes "Pieperle" geflogen hat und andere Greifvögel gar nicht handhaben könnte. Mal ehrlich, ohne unsere "Operetten-Falkner" würde unser Beizfalkner-Image doch gar nicht so positiv gepflegt werden, in welchem auch wir uns so gerne sonnen. Denn die hohe Akzeptanz, die die Beizjagd bei fast der gesamten Bevölkerung genießt, hat ihre Wurzel genau hier, nämlich in öffentlichen Flugvorführungen mit Greifvögeln!

Von daher können wir den integren Profis unter den "Showfalknern" nur weiterhin viel Erfolg wünschen und deren Leistungen, die sie täglich mit ihren vielen Greifvögeln erbringen, unseren Respekt aussprechen.

über einen Besuch der unserem Hegering am nächsten gelegenen Falknerei Pierre Schmidt (http://www.falknerei-schloss-gymnich.de/) würden sich diese Kollegen besonders freuen.

Nachtrag: Am Montag, dem 30. April ist Ricarda ihrem schweren Krebsleiden erlegen. Nicht nur für uns, die wir Ricarda kannten, ein unfassbarer Verlust! Auch die vielen gefiederten Fundtiere, für die sich unsere liebe Kollegin unermüdlich einsetzte, werden Ricardas liebevolle Zuwendung vermissen.

Ricarda Schmidt
Showfalknerin Ricarda Schmidt

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