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Falknerei

Sperber
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Habicht
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Harris Hawk
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Mäusebussard
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Steinadler
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Turmfalke
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Baumfalke
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Wanderfalke
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Sakerfalke
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Schleiereule
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Uhu
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Waldkauz
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Falknerei


Wie werde ich Falkner


Was muss ich tun, um die Beizjagd praktizieren zu können?

Nun ja, das ist ein recht aufwändiges Unternehmen, welches langfristiger Vorbereitungen bedarf:
  1. ) Beizvogelhandling / Jagdpraxis:
    Es tut weh, wenn man manchen falknerischen Neuling nach der rein theoretischen Falknerausbildung mit seinem Vogel "hantieren" sieht!

    Da diese Kollegen/innen über keine Praxiserfahrung verfügen (die wird in der Ausbildung nicht vermittelt) werden hier (aus Unwissenheit) viele Fehler gemacht. Es empfiehlt sich deshalb einen Lehrprinzen (praktizierenden Falkner) zu suchen; die haben aber meist schon die Nase voll, von Leuten, die sie oft doch nur ausnutzen wollen. Wer engagiert ist, der kann in Falknereien Praktika absolvieren und dort für eine Weile (z.B. einmal nachmittags jede Woche) das Greifvogelhandling erlernen. Auskunft gibt gerne der Hegering Rheydt e.V. für das Gladbacher Umfeld.

  2. ) Artgerechte Unterbringung des Vogels
    Dies geschieht meist im angrenzenden Garten in falknerischer Anbindehaltung (Spitzhütte & Flugdrahtanlage) oder in einer Voliere gemäß Haltungsvorschriften. Die Haltung muss für heimische Greifvögel bei der Unteren Jagdbehörde und für nicht einheimische Greife bei der Unteren Landschaftsbehörde angezeigt werden. Es sollte vorab geklärt werden, dass der Beizvogel dort ruhig stehen kann und, dass evt. Lahnen des Vogels nicht gleich zum Nachbarschaftsstreit ausartet. Irgendwelche preiswerten Elendsquartiere aus Schalbrettern und ähnlichem "Müll" sehen nicht nur unschön aus, sondern blamieren die Innung! Voll geschmelzte Anlagen ebenso! Regelmäßiges Reinigen, so dass keine Geruchsbelästigung (Keime) entsteht ist erforderlich.

    Abwechslungsreiche Atzung kann man in Form von Eintagsküken besorgen, der Speiseplan sollte dann um Tauben-, Hühner- & Putenfleisch etc. bereichert werden. Zusätzliche Vitamine und ggf. Entwurmen sind ebenfalls erforderlich.

    Eigentlich sind diese Punkte klar. Wer jedoch beruflich und / oder privat stark eingespannt ist, wird evt. nicht immer die Zeit haben diese Forderungen so umzusetzen. Dann ist es für Mensch & Vogel wahrscheinlich besser von dem Wunsch der Haltung wieder Abstand zu nehmen.

  3. ) Auswahl des Vogels
    Auf keinen Fall sollte die Auswahl nach dem Motto "so einen wollte ich schon immer Mal haben, nein was sehen die schön aus!" erfolgen, sondern primär nach den Revierverhältnissen. Wer nicht über ein Revier mit bejagbarem Federwild verfügt, der komme bitte nicht auf die Idee einen Wanderfalken fliegen zu wollen. Gleiches gilt für Kaninchen- oder Hasenreviere. Die erfordern halt einen Beizvogel vom niederen Flug, also einen Harris Hawk, einen Habicht, einen Rotschwanzbussard etc.. Engagierte Adlerführer fahren bis zu 10.000 km jährlich, um ihrem Stein- oder Steppenadler genügend Jagdgelegenheit auf Fuchs, Hase und Rehwild zu verschaffen.

    Das Abtragen eines Beizvogels erfordert viel Zeit und Geduld. Anspruchsvollere Beizvögel, z.B. Adler, sind nichts für Anfänger, da Adler bei Haltungsfehlern aggressiv reagieren können. Damit sind Anfänger schlicht weg überfordert!

    Züchter gibt es eine Menge, man spare hier nicht am falschen Ende und suche sich einen "netten" Züchter aus, der seine Zucht aus Passion betreibt und nicht nur um "Kohle zu machen". Anfängern mag hier ein Blick zu "falconbreeding" weiterhelfen.

  4. ) Weitere Vorbereitungen
    Der Vogel ist nun vorhanden und gut untergebracht. Nun kann es evt. notwendig werden weitere Jagdgefährten einzubinden: Ein brauchbarer Falknerhund, um kalte von befahrenen Kaninchenbauen zu unterscheiden und zum Buschieren ist immer hilfreich. Für die Kaninchenbeize sind jedoch unbedingt Frettchen erforderlich! Ohne die brauchst Du gar nicht erst anzufangen! Die lässt man in die Baue einschliefen um die Kanin zum Springen (aus den Bauen) zu veranlassen. Einzelhaltung von Frettchen ist schlicht weg Tierquälerei, also sollten nicht nur deshalb mindest. 2 Fretts (möglichst kleine Fähen) gehalten werden:

    1. ) Nach 2 - 3 Stunden im jagdl. Einsatz werden Frettchen müde und legen sich dann im Bau einfach schlafen. Dann ist der Jagdtag aber noch nicht zu Ende und das 2.te Frett muss ran, nachdem man des 1.sten Frettchens wieder habhaft geworden ist.
    2. ) Manche Baue sind so groß, dass ein Frettchen alleine nicht ausreicht, um die Kanin auf den Schwung zu bringen. Deshalb lässt man dann zeitgleich ein 2.tes Frett und ggf. Weitere einschliefen.

    Die Haltung von Frettchen in einer artgerechten lichten großen Käfiganlage empfiehlt sich nur im Freien (Eigengeruch der Frettchen). Der Aufwand für die Beizjagd wird immer größer und es liegt immer noch kein gebeiztes Stück Wild auf der Strecke!

  5. ) Das Beizrevier
    In unseren heimischen Jagdrevieren sind Falkner nicht sehr willkommen! Wer da über gute Beziehungen verfügt, oder gar selbst Jagdherr/in ist, der hat klare Vorteile. Dem "Rest" bleibt nichts anders übrig, als auf Jagdeinladungen zu hoffen und / oder sich um einen "Abschussbezirk" im Stadtgebiet zu bemühen. Auch das ist mühsam, jedoch lassen die Unteren Jagdbehörden hier mit sich reden, weil kein Schusswaffengebrauch zur Beizjagd-Ausübung erforderlich ist. Dennoch ist auch hier in Nähe von uneinsehbaren Gärten Vorsicht geboten:

    Der Autor dieser Seite hat mit seinem Harris auch schon einmal unbeabsichtigt ein Huhn gefangen. Das war in Nähe eines Jagdfluges untergebracht und so hatte der Harri kurzfristig "umdisponiert". Schlussendlich konnte durch rasches Eingreifen ernsthafter Schaden vom Huhn abgewendet werden. Falkner und Hühnerzüchter kamen gut auseinander und fortan ist diese Ecke für die Beizjagd "gestorben".

    Es ist auch lohnend, bei Firmen mit großem Gelände und entsprechendem Kaninchenbesatz um Jagderlaubnis zu fragen.

    Wo auch immer man beizt, man sollte seinen Jagdflug so disponieren, dass dessen (voraussichtliches) Ende unbedingt im Zugriff des Falkners liegt. Nachbarreviere ohne Vereinbarung über die Wildverfolgung, Reviere mit vielen Passanten und angrenzenden Gärten sind denkbar ungeeignet.

Wenn Sie das alles noch nicht abschreckt, dann sind Sie aus dem "richtigen Holz" und wir heißen Sie in unseren Reihen herzlich willkommen!

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Bilder


Falknereiverbände

Ricarda Schmidt Bild 1
Falknerin Ricarda Schmidt
Rudi Preis Bild 1
Beizfalkner Rudi Preiß