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Falknerei



Turmfalke:

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Klasse: Vögel
Ordnung: Greifvögel
Familie: Falkenartige
Unterfamilie: Eigentliche Falken
Gattung: Falken
Art: Wanderfalke

Gewicht: ♂ 520 - 740 g. ♀ 840 – 1.100 g.
Größe: 40 - 48 cm
Spannweite: 94 - 112 cm

Brut: ab März 29 Tage / 3 - 4 Eier
Nestlingszeit: 5 – 6 Wochen
Bettelflug: 4 Wochen

Jagdmethode: Steilstoß, schlägt nur in der Luft im Steilstoß mit über 300 km/h
Beute: Vögel bis Fasanengröße (Reiherbeize)
Lebensweise: Einehe & reviertreu Jungvögel ziehen im Herbst nach Frankreich

Alter: bis zu 15 Jahre (in der freien Natur ist führt eine verletzungsbedingte mehrtägige „Jagdpause“ im Winter oft zum Hungertod).

Der Wanderfalke ist in 2011 mit 3 bestätigten Paaren auch in RY und Umgebung wieder heimisch (1) und ist für die Falknerei (2) als Beizvogel des hohen Fluges (Jagd auf Federwild) von großer Bedeutung. Um erfolgreich mit Falken beizen zu können benötigt der Falkner/in ein sensibles Gespür und viel Geduld, um den Wanderfalken in das Team von Vorstehhund und Falkner integrieren zu können. Trainiert wird der Falke meist mit dem Federspiel, jedoch auch mittels eines Drachens, an dem z.B. die Schwinge eines Beutetieres mit Atzung (Futter) hoch in die Luft aufsteigt. Der Falke holt dann Ring (er steigt in weiten Kreisen über die Beute) und schnellt im Sturzflug herab, um mit der geschlagenen Beute an der Drachenschnur zu Boden zu gleiten. Das Ringholen dauert je nach Höhe und Kondition des Vogels mehrere Minuten. Gebeizt wird bevorzugt auf Fasan und Rebhuhn (wo es noch erlaubt ist), aber auch auf Rabenkrähe und Wildtauben. In manchen Bundesländern wird auch die Reiherbeize praktiziert, wofür die Fischwirte sehr dankbar sind.

Bei den Jagdherren/innen unserer heimischen Reviere sind Falkner des hohen Fluges beliebt wie „Bauchschmerzen“, da die Wanderfalken auch Hennen (♀) schlagen, welche wir Jäger bei der Jagd bewusst verschonen. Setzt man dagegen Federwild zu Beiz-Zwecken aus, so bereitet man Beutegreifern (Habicht, Fuchs etc.) ein feudales Festmahl und nach wenigen Beiztagen ziehen sich die ausgesetzten Feldhühner in die (nicht beunruhigten) Nachbarreviere zurück. Ingesamt ist die Falknerei des hohen Fluges in unseren heimischen Revieren ein mühsames Unterfangen, welches viel Engagement vom Falkner verlangt. Meist ist die Beizjagd auf Federwild (Fasan, Taube und Krähe) mit weiten Fluchten des angejagten Federwildes verbunden, die oft erst in den Nachbarrevieren endet. Hierfür benötigt der Falkner dann auch die Erlaubnis zur Wildverfolgung. Dass die Verfolgung in der Wald und Feldflur nur motorisiert schnell genug erfolgen kann, verursacht bei „Zivilisten“ oftmals großen Unmut. In früheren Zeiten war die (berittene) Jagd des hohen Fluges ein Privileg des Hochadels.


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