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Falknerei



Sakerfalke:

(1)



Klasse: Vögel
Ordnung: Greifvögel
Familie: Falkenartige
Unterfamilie: Eigentliche Falken
Gattung: Falken
Art: Würgfalke

Gewicht: ♂ 650 - 900 g / ♀ 800 - 1.400 g
Größe: 48 - 58 cm
Spannweite: 104 - 129 cm

Brut: auf Bäumen und Felsen im April / 2 - 6 Eier / 30 Tage
Nestlingszeit: bis zu 50 Tage
Bettelflug: bis zu 45 Tagen

Jagdmethode: überwiegend Pirschflug & Anwarte
Beute: Kleinsäuger & Ziesel sowie Vögel bis Entengröße
Lebensweise: Waldsteppen und Steppen in Osteuropa & Zentralasien / Standvögel, je nach Nahrungsangebot / Saisonehe

Alter: in Gefangenschaft <= 30 Jahre / sehr gefährdet!

Der Sakerfalke ist in RY und Umgebung nicht heimisch, jedoch für die Falknerei (1) als Beizvogel des hohen Fluges (Jagd auf Federwild) von großer Bedeutung. Um erfolgreich mit Falken beizen zu können benötigt der Falkner/in ein sensibles Gespür und viel Geduld, um den Sakerfalken in das Team von Vorstehhund und Falkner integrieren zu können. Trainiert wird der Falke mit dem Federspiel, oft aber auch mittels eines Drachens, an dem z.B. die Schwinge eines Beutetieres mit Atzung (Futter) hoch in die Luft aufsteigt. Mit der geschlagenen "Beute" gleitet der Saker dann an der Drachenschnur wieder zum Boden. Auch der Einsatz von Ballons ist üblich. Gebeizt wird bevorzugt auf Fasan und Rebhuhn (wo es noch erlaubt ist), aber auch auf Rabenkrähe und Wildtauben. In manchen Bundesländern wird auch die Reiherbeize praktiziert, wofür die Fischwirte sehr dankbar sind. Sakerfalken haben ihre Stärke eher im horizontalen Flug, dort sind sie schneller als die Wanderfalken.

Bei den Jagdherren/innen unserer heimischen Reviere sind Falkner des hohen Fluges beliebt wie "Bauchschmerzen", da die Sakerfalken auch Hennen (♀) schlagen, welche wir Jäger bei der Jagd bewusst verschonen. Setzt man dagegen Federwild zu Beiz-Zwecken aus, so bereitet man Beutegreifern (Habicht, Fuchs etc.) ein feudales Festmahl und nach wenigen Beiztagen ziehen sich die ausgesetzten Feldhühner in die (nicht beunruhigten) Nachbarreviere zurück.

Ingesamt ist die Falknerei des hohen Fluges in unseren heimischen Revieren ein mühsames Unterfangen, welches viel Engagement vom Falkner verlangt. Meist ist die Beizjagd auf Federwild (Fasan, Taube und Krähe) mit weiten Fluchten des angejagten Federwildes verbunden, die oft erst in den Nachbarrevieren endet. Hierfür benötigt der Falkner dann auch die Erlaubnis zur Wildverfolgung. Dass die Verfolgung in der Wald und Feldflur nur motorisiert schnell genug erfolgen kann, verursacht bei "Zivilisten" oftmals großen Unmut.

Sakerfalken sind in ihren Jugendjahren an ihrer bläulichen Wachshaut (am Schnabelansatz) und an ihren bläulichen Händen zu erkennen. Sie werden oft mit anderen Falkenarten gekreuzt, um bestimmte Eigenschaften zu erhalten. Solche "Hybriden" sind bei Falknern umstritten. Ebenfalls umstritten ist, dass der Sakerfalke in Deutschland heimisch ist, da die im Donaubereich bzw. Elbsandsteingebirge vereinzelt vorkommenden Saker wohl nicht brüten.


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