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Falknerei



Harris Hawk -
amerikan.Wüstenbussard:

(1)



Klasse: Vögel
Ordnung: Greifvögel
Familie: Habichtartige
Gattung:
Art:

Gewicht: ♂ 600 - 840 g. ♀ 900 - 1.300 g.
Größe: <= 56 cm
Spannweite: 108 - 123 cm

Brut: April - Mai / 2 - 4 Eier / 35 Tage
Saisonehe (ein Weib + mehrere Terzel)
Nestlingszeit: ca. 38 Tage
Bettelflug keine

Jagdmethode: Pirsch- & Verfolgungsflug aus der Deckung heraus, kommt den Flugeigenschaften des Habicht nahe.
Beute: Kleinsäuger bis Kaninchengröße / Wildhühner. Kann im falknerischen Einsatz Haarwild bis Hasengröße binden.
Lebensraum: südl. USA / Mittelamerika / Brasilien / Peru / Paraguay / Argentinien & Südchile. Standvögel, nur Jungvögel streichen / lebt & jagt im Familienverband.

Alter: bis zu 30 Jahre (in Gefangenschaft)

Der Harris Hawk (HH) ist kein einheimischer Greifvogel, jedoch kann man ihn augenzwinkernd als den „VW-Käfer“ unter den Beizjagdvögeln ansehen. D.h., er ist ein typischer Anfängervogel für Jung-Falkner, der auch schon mal Fehler (z.B. im zu hohen Gewicht fliegen) verzeiht. In der Falknerei (1) ist er nicht mehr wegzudenken und freut sich seit den 1970-ziger Jahren zunehmender Beliebtheit! Der Falkner macht sich die Lebensweise des HH im Familienverband zu nutze. Er ist der einzige Greifvogel, der im Familienverband lebt, gemeinsam jagt und die Beute teilt. Hierbei ist die Rollenverteilung idR. so, dass die Jungvögel die Treiber und die Altvögel die Fänger sind.

Der engagierte Falkner wird als Jagdkumpan und Familienmitglied vom HH angesehen. Handaufzuchten sehen den Falkner auch als Artgenossen an. Dies hat jedoch nicht nur positive Eigenschaften (Lahnen, Aggressivität etc.). Es macht aber ansonsten einfach nur Freude, sorglos mit einem HH in freier Folge zu jagen. Abgesehen von wenigen eigenmächtigen Jagdflügen bleibt der Harry (HH) „am Mann“ und ist nicht plötzlich auf nimmer Wiedersehen verschwunden (verstoßen). Um diese Eigenschaft werden Falkner, die einen HH fliegen, oft beneidet. Darüber hinaus ist das soziale Wesen des HH recht angenehm. Ein ins Familienleben des Falkners eingebundener HH kann sogar eine echte Bereicherung sein.

Es gibt 3 Arten des HH, die in reinrassiger Form auch an ihrem Größenunterschied zu unterscheiden sind. Während die größte Art, der Superior, für das Binden von Hasen geeignet scheint, ist z.B. für die Kaninchenbeize Schnelligkeit und Wendigkeit gefragt, und da sind dann wieder „Bauart-bedingt“ die kleineren Arten bzw. die Terzel im Vorteil. Man suche sich als Falkner also den Beizvogel nach seinen Jagdmöglichkeiten (Beutespektrum) im Revier aus und nicht nach dem Motto „so Einen wollte ich immer schon Mal haben.“!

Der HH ist äußerst lernfähig! Aus erfolglosen Jagdversuchen zieht er seine Lehren: wenn er z.B. bei habichtartigen Verfolgungsflügen im Gebüsch stecken geblieben ist, dann wird er es nach wenigen Fehlversuchen umfliegen und „draußen“ auf seine Beute warten (die dann jedoch meistens „drinnen“ bleibt). Es macht große Freude zu beobachten, wie ein Jungvogel so sein Jagdverhalten im Laufe der Zeit perfektioniert. Übrigens, die „Kimana“ (HH-Weib des Autors) an´s Jagen zu bekommen war überhaupt kein Problem. Gleich beim allerersten Jagdeinsatz schlug sie ein Kanin (im allerletzten Abendlicht). So bekam sie ihren Namen verliehen und der Falkner den Brug für seinen Jagdhut (falknerisches Brauchtum). Von wegen „.. ist ja nur ein Bussard.“!

Wegen seiner Sozialverträglichkeit zu Mensch und Tier ist der HH auch ein beliebter Vogel für die Öffentlichkeitsarbeit. In Kompanie mit andern Greifvögeln, Frettchen und Hunden zu fliegen und jagen ist für den Harry kein Problem. Der Falkner muss nur die Zeit und Geduld aufbringen, ihn daran zugewöhnen und es ihm beizubringen.


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